Erinnerung an den 60. Jahrestag zum Arbeiteraufstand in Ostberlin und in der DDR – Ein Vortrag von Bbr. Schumacher

Elf Tage vor dem 60. Jahrestag des Volksaufstands in der DDR von 1953 – also am Donnerstag, dem 06.07.2013 – kam Bundesbruder Schumacher (AH von Suevia Pannonica, Mitgliedsbund des VVDSt) zu uns auf das Haus, um einen Vortrag über eben jenen Aufstand zu halten.

Wer glaubte, hier würden nur langweilige Fakten präsentiert, irrte sich gewaltig. Als Bürger der ehemaligen DDR hatte Bundesbruder Schumacher – sein Vater hatte den Volksaufstand als Zeitzeuge miterlebt und ihm diesbezüglich vieles mitgegeben – hier seinen ganz eigenen Stil, das Thema dem Publikum nahezubringen. Insbesondere betonte er immer wieder die Schwierigkeiten unter einer Diktatur die Geschehnisse zu kommunizieren und das Wissen um die Hintergründe festzuhalten.

In seiner Einleitung, die im Jahr 1945 begann, legte er kompakt die Vorgeschichte und die Gründe des Aufstands dar. Zentrale Ursache ist bekanntlich eine schlechte Wirtschaftslage der DDR und infolge dessen die Erhöhung der Arbeitsnorm. Durch die Festlegung der neuen Norm versuchte die damalige DDR-Regierung auf Kosten der Bevölkerung die Volkswirtschaft international konkurrenzfähig zu machen.

Anschließend sprach der gebürtige Görlitzer über den Verlauf des Aufstands selbst und seine Folgen. Besonders hart sind hier natürlich die Folgen für den Einzelnen, der am Aufstand teilnahm und von dem Regime dafür „zur Rechenschaft“ (in deren Verständnis) gezogen wurde. Durch das verhängte Kriegsrecht gab es diverse Todesurteile und Erschießungen, aber auch „nur“ lebenslange Haftstrafen.

Das (für mich) interessanteste an dem Vortrag waren allerdings die eigenen Erfahrungen, die der Redner häufig lebendig einfließen ließ. Er erzählte, wie etwa der DDR-Jugend in der Schule diese Ereignisse realitätsfern dargestellt wurden, wie es der DDR-Regierung zeitweise gelang, die Tatsachen für die eigene Bevölkerung zu verdrehen oder wie es in so manchem Bürger der ehemaligen DDR auch noch als „faschistischer Putsch“, initiiert durch die Agenten der Westmächte, im Verständnis geblieben ist.

Alles in allem hat sich sein zweiter Besuch bei uns sehr gelohnt. Der 17. Juni 1953 ist ein wichtiger Tag der deutschen Geschichte, für uns – die jüngere Generation – manchmal jedoch nur ein gar unwichtiger 3-Seiteneintrag im Geschichtsbuch der 10. Klasse. Umso wichtiger ist ein solcher Vortrag, um die Erinnerung an dieses Ereignis wachzurufen und die Sensibilität für solche Themen zu erhöhen. Denn die Freiheit, die wir heute in Europa haben, ist uns nicht zugeflogen…

Wir verdanken diese, so selbstverständlich scheinende Freiheit, unseren mutigen Vorfahren!

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Erinnerung an den 60. Jahrestag zum Arbeiteraufstand in Ostberlin und in der DDR – Ein Vortrag von Bbr. Schumacher