Ein AH-Stammtisch mit Programm

Am 5.12. fand wiedereinmal ein Altherrenstammtisch bei uns auf dem Haus statt. Diese Veranstaltung wurde – wie erstmals im vergangenen Semester – als Kulisse für zwei anstehende Burschungsvorträge genutzt.

Erster Referent war dabei Bbr. Jockers mit dem Thema „Überbevölkerung“. Dieses Thema hatte er gewählt, weil einer seiner Professoren in der Vorlesung behauptet hatte, dass die Überbevölkerung das größte Problem der Menschheit sei. Bbr. Jockers legte dabei kritisch diverse Aspekte und Argumente, die diese These sowohl unterstützen als auch widerlegen, dar. Die Diskussion darüber kam erstmals im 19. Jahrhundert auf, als es Befürchtungen gab, dass die Nahrung nicht mehr für die gesamte Bevölkerung reiche. Mit der „grünen Revolution“ Mitte des 20. Jahrhunderts flachte das Thema wieder ab, um nur anschließend auf einer anderen Ebene weitergeführt zu werden. So schadet etwa der übermäßige Fischfang den Fischbeständen in den Meeren, so dass sich manche Bestände nicht mehr erholen können. Diesbezüglich übte er auch Kritik Lebensstil der Industriestaaten. Dass etwa Europa nachhaltig leben könnte würde man drei Erden benötigen, damit die Erde so viele Rohstoffe regenerieren kann, wie Europa benötigt. Würden gar alle Menschen auf der Erde leben wie die USA, bestünde sogar ein Bedarf von fünf Erden.

Abschließend vertrat Bbr. Jockers die These, dass die Überbevölkerung keineswegs das größte Problem sei. Vor allem durch Nachhaltigkeit und Effizienz könnte man viele Probleme, die der Überbevölkerung zugeschrieben würden, in den Griff bekommen.

Nach einer kurzen Pause ging es dann mit einem technischen Thema weiter. So sprach unser Bbr. Thouveny über das „Fracking“, welches in der Politik umstritten ist. Die Methode selbst werde bereits seit Mitte des letzten Jahrhunderts angewandt. Seitdem wird sie, vor allem von den Amerikanern, konsequent weiterentwickelt, so dass wir heutzutage bereits viele Kenntnisse über Nutzen und Folgen haben. Die größten Risiken des Fracking liegen dabei allem voran in der Entstehung von Methan und Rissen im Boden, die dadurch entstehen. Auch die vielen verwendeten Chemikalien stellen ein gesundheitliches Risiko dar, wenn sie unerwartet in das Grundwasser geraten. Aus politischer Sicht wird mit diesem Thema unterschiedlich umgegangen. Während die USA großflächig auf das Fracking setzen, ist es etwa in Frankreich verboten – mindestens solange Hollande dort Präsident ist.

In der abschließenden ethnischen Betrachtung, ob man Fracking betreiben sollte, fand sich Bbr. Thouveny sehr nah bei der Position von Präsident Hollande. Die aktuelle Art, das Gas aus dem Boden zu gewinnen, sei noch zu riskant. Bestünde allerdings in Zukunft die Chance, das Gas mit weniger Risiko – dank neuer Technologien – abzubauen, sollte man dies versuchen.

Nach den Vorträgen gab es schließlich noch etwas zu essen, wo die ein oder andere Diskussion über das zuvor gehörte stattfand. Anschließend gab es auch noch das ein oder andere gemütliche Getränk am Tresen, bevor der Abend langsam zu Ende ging.

Wie bereits das letzte Mal kam dieses Format auch bei den Alten Herren gut an, sodass es voraussichtlich auch beim nächsten AH-Stammtisch wieder zu weiteren Burschungsvorträgen kommen wird.

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Ein AH-Stammtisch mit Programm